«Eine Solidaritätsaktion»

Fr, 20. Nov. 2020

Ringen, Nationalliga A: Für die RR Einsiedeln ist der Halbfinal gelaufen

Kriessern ist ausgestiegen, Willisau zieht deshalb direkt in den Final ein. Die Freiämter müssen morgen Samstag noch gegen Einsiedeln ran. Die Schwyzer werden mit einer Nachwuchstruppe antreten.

Sven Neyer ist ein erfahrener Ringer. Der 31-Jährige ist schon lange dabei, wurde mehrfach Schweizer Meister. So eine Saison wie in diesem Jahr, hat er – wie alle anderen – noch nie erlebt. «Das war mühsam», sagt der Einsiedler. Weil Schattdorf und Hergiswil verzichteten, ging man nur mit vier Teams in die Saison. Nach dem Bundesratsentscheid Ende Oktober sah es dann so aus, als würde diese Saison keinen neuen Meister finden. Doch das Ringen in der höchsten Klasse wurde als teilprofessionell eingestuft. Eine Tür ging auf. Doch Kriessern wollte nicht mehr mitmachen, Willisau gewinnt den Halbfinal kampflos und zieht so direkt in den Final ein.

«Gedämpfte Freude»

Auch Einsiedeln hätte sich zurückziehen können. Erst recht nach der 8:27-Pleite gegen die Freiämter im Halbfinal-Hinkampf. Die Schwyzer machen aber weiter. Neyer bezeichnet es auch als «eine Solidaritätsaktion» nach dem Motto: «Jetzt ziehen wir es durch». Auch er weiss: «Der Halbfinal ist gelaufen. Wir haben den ersten Kampf zu hoch verloren.» Die Einsiedler werden morgen in der Bachmattenhalle gemäss Neyer, der ebenfalls technischer Leiter des Vereins ist, mit einer Nachwuchsmannschaft «etwas ausprobieren».

«Das wird anders sein»

Wenn die Saison zu Ende geführt wird, dann holt sich Einsiedeln zum ersten Mal seit 30 Jahren eine Medaille. Könnte man sich angesichts der verzerrten Saison denn überhaupt darüber freuen? «Es wäre eine gedämpfte Freude über ein Geschenk. Die Saison wird mit drei Teams zu Ende geführt, das ist natürlich nicht dasselbe wie sonst», meint Neyer und fügt an: «Es wäre cool gewesen, den kleinen Final gegen Kriessern zu bestreiten. Aber ich verstehe auch ihren Entscheid, dass sie angesichts der Coronasituation nicht mehr weitermachen wollen.»

Die RS Freiamt wird den zweiten Halbfinalkampf gegen Einsiedeln nutzen, um sich auf den Final gegen Willisau einzustimmen. Die Finalkämpfe finden am 28. November und 5. Dezember statt. Sven Neyer wird den Final im Live-Stream mitverfolgen. «Ob in Willisau oder im Freiamt, die Stimmung war bei den Finalkämpfen stets gigantisch stark. Mit Geisterkämpfen wird dies etwas anderes sein. Aber so ist es nun mal. Die einzelnen Kämpfe werden trotzdem auf hohem Niveau geführt.» Und der Einsiedler Sven Neyer sieht es wie die ganze Ringergemeinde der Schweiz: «Ich hoffe, dass es nächstes Jahr wieder wie üblich sein wird.» --spr

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