Auftakt nach Mass

Di, 08. Jun. 2021
Gegen den amtierenden Schwingerkönig Christian Stucki (oben) gab es für Andreas Döbeli nichts zu holen. Die restlichen Gänge konnte der Sarmenstorfer alle für sich entscheiden.

Freiämter Schwinger überzeugen in Lenzburg

Nach der langen Zwangspause präsentieren sich die Freiämter Schwinger am «Kantonalen» in Lenzburg in Topform.

Allein die Tatsache, dass überhaupt wieder geschwungen werden darf, ist für alle Freunde des Sägemehlsports ein Grund zur Freude. Und erst noch mit Zuschauern.

Der Schwingklub Freiamt hat allerdings auch aus sportlicher Sicht Grund, sich zu freuen. Neben den «Eidgenossen» Joel Strebel und Andreas Döbeli holt auch der Routinier Yanik Klausner einen Kranz.

Freiämter Neukranzer

Das vierte Eichenlaub für den Schwingklub Freiamt erringt der 18-jährige Sarmenstorfer Philipp Joho. Der junge Mann, der aktuell mitten in seinen Lehrabschlussprüfungen steckt, ist der er einzige Neukranzer am 114. Aargauer Kantonalschwingfest in Lenzburg. Alle überragt und sogar die Freiämter Elite um Strebel und Döbeli bezwungen hat allerdings der Schwingerkönig von 2019 aus Zug. Christian Stucki gewinnt das «Kantonale». --jl


Vier Kränze und ein König

114. Aargauer Kantonalschwingfest in Lenzburg

Nach langer Zeit durften die Freiämter Schwinger ihr Können wieder unter Beweis stellen. Am Aargauer «Kantonalen» in Lenzburg haben sie bewiesen, dass sie nichts verlernt haben. Vier Kränze waren am Ende der Lohn. An König Stucki kam keiner vorbei.

«Die Nervosität war schon sehr gross», sagt Andreas Döbeli. Der «Eidgenosse» aus Sarmenstorf war einer von zwölf Freiämtern, die am Aargauer Kantonalschwingfest in Lenzburg starteten. Die lange Zwangspause hat selbst an den Nerven eines Routiniers wie Döbeli gezehrt.

Erst am 27. Mai erhielten die Lenzburger das Okay für die Durchführung des Schwingfestes. Jeder Schwinger, Helfer und Besucher musste geimpft oder genesen sein oder ein negativen Coronatest vorweisen können. Wer das nicht konnte, hatte die Möglichkeit, vor Ort einen Test zu machen. Insgesamt waren nur 750 Personen anwesend, 87 Schwinger, 513 Zuschauer und 150 Helfer. «Es war dennoch grossartig. So lange war unklar, ob Schwingfeste wieder stattfinden können. Insbesondere die Kranzschwingfeste. Dass Zuschauer dabei sein können, war vor ein paar Wochen eine komplett utopische Vorstellung», berichtet Döbeli.

Nervosität akzeptiert und aufs Wesentliche fokussiert

Das Motto hiess klar: «Alle gegen den Schwingerkönig Christian Stucki.» Auch Andreas Döbeli und der zweite Freiämter «Eidgenosse» Joel Strebel mussten gegen den amtierenden König ran.

Joel Strebel bekam Stucki im 3. Gang zugeteilt und Andreas Döbeli gleich anschliessend im 4. Gang. Sie konnten allerdings nicht viel gegen ihn ausrichten und verloren beide nach kurzer Gangdauer. «Ich hatte mir einen Plan zurechtgelegt, wollte offensiv schwingen und es sah am Anfang auch nicht schlecht aus», sagt Döbeli über seinen Gang gegen Stucki.

«Am Ende ging es aber nicht auf. Er ist in Topform. Stucki hat unter anderem mich, Joel, Nick Alpiger und Christoph Bieri bezwungen. Sein Notenblatt kann sich sehen lassen. Er hat absolut verdient gewonnen.»

Das trifft allerdings auch auf Strebel und Döbeli zu. Sie waren den ganzen Tag sehr souverän und gewannen alle Gänge bis auf denjenigen gegen Christian Stucki. «Ich habe die Nervosität akzeptiert», erzählt Döbeli. «Das gehört dazu. Mir ist es gelungen, mich aufs Wesentliche zu konzentrieren. Das war, gut zu schwingen.» Mit Marcel Kropf, Samuel Brun und Samuel Schmid konnte Döbeli drei Schwinger bezwingen, die in Lenzburg ebenfalls einen Kranz holen konnten. Mit seinem Notenblatt ist er sehr zufrieden. Und der Schwingklub Freiamt ist stolz auf die Topplatzierungen mit Joel Strebel auf dem 2. und Döbeli auf dem 3. Rang.

Zweiter Sarmenstorfer jubelt

Ebenfalls stolz auf seine Leistung kann Philipp Joho sein. Der 18-Jährige kommt wie die Döbeli-Brüder aus Sarmenstorf. Obwohl der Lehrling aktuell mitten in den Abschlussprüfungen in seiner Ausbildung zum kaufmännischen Angestellten steckt, konnte er in Lenzburg fokussiert auftreten. Nach seinem letzten, hart umkämpften Gang gegen Andrj Gerber war es noch nicht sicher, ob es für den 1. Kranzgewinn reichen würde, da es «nur» einen Gestellten gab. Umso grösser war die Erleichterung, als ihm der Technische Leiter des Kantons Aargau, Roger Schenk, noch auf dem Schwingplatz gratulierte. «Wenn jetzt noch mit den Lehrabschlussprüfungen alles gut geht, war es ein sehr erfolgreicher Monat», sagt der Neukranzer glücklich.

Er berichtet, dass er nicht damit gerechnet hätte, dass ihm ein solcher Erfolg gelingt. «Wir konnten uns ja nach einer so langen Zeit ohne Schwingfest leistungstechnisch nicht wirklich einschätzen. Umso schöner war es, dass wir wieder vor Leuten antreten durften. Meine Familie war vor Ort, die Trainer, die Vereinskollegen, all das hat mich sehr motiviert.» Joho betont, dass ihn die Gespräche zwischen den Gängen mit den anderen Freiämtern zusätzlich gepusht haben. Sein jüngerer Bruder Pascal, der in Lenzburg nicht dabei war, schwingt ebenso. Vielleicht kann in Zukunft neben den Döbeli-Brüdern ein zweites Sarmenstorfer Geschwister-Paar für Furore sorgen. «Das hoffe ich», sagt der Neukranzer zufrieden.

Klausner mit Kranz, Leuthard und Stadler knapp vorbei

Der vierte Freiämter, der einen Kranz mit nach Hause nehmen durfte, war Yanick Klausner. Es zeigte seine Verteidigungskünste und verlor keinen Kampf. Dank seinem engagierten Schwingstil und guten Noten reichte es ihm mit drei «Gestellten» und drei gewonnenen Gängen zum Kranz.

Auch Reto Leuthard und Kevin Stadler kämpften im letzten Gang um den Kranzgewinn. Beide konnten diesen letzten Kampf nicht gewinnen und klassierten sich hinter den Kranzrängen. Somit gingen vier von den total dreizehn abgegebenen Kränzen an den Schwingklub Freiamt. --ast/jl


Auch Nachwuchs überzeugt

23. Nordwestschweizer Nachwuchsschwingertag

Einen Tag vor dem Aargauer Kantonalschwingfest fand in Lenzburg auch der Nordwestschweizer Nachwuchsschwingertag statt. Unter den 201 Nachwuchsathleten starteten ebenfalls 21 Sportler vom Schwingklub Freiamt.

In fünf Kategorien wurde um den Tagessieg geschwungen. Bei den Jahrgängen 2010 und 2011 schaffte Florian Gauch (Bettwil) die Qualifikation für den Schlussgang, verlor diesen aber und belegte den 3. Platz. Auch auf dem 2. Platz mit Kevin Wolf und auf dem 5. Platz mit Moritz Suter klassierten sich zwei weitere Freiämter an der Ranglistenspitze. In der Kategorie 08/09 gewann Livian Küng (Beinwil) den Schlussgang und konnte sich als Tagessieger ausrufen lassen. Für ihn wartete als Preis ein Geisslein. Eine weitere Freiämter Schlussgangteilnahme gab es mit Niklas Stocker (Boswil) in der Kategorie 04/05. Er musste sich geschlagen geben und belegte den 3. Schlussrang. Mit insgesamt zehn Zweiggewinnen können die Freiämter Nachwuchsschwinger stolz auf ihre Leistungen sein. --ast

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