CHLOSCHTER GEISCHT

Fr, 24. Sep. 2021

Obwohl Werner Villiger seine Werkstatt in Bünzen hat, ist der Kunstschlosser ein waschechter Murianer. Vielleicht mit ein Grund, weshalb er den Auftrag bekam, die Wirtshausschilder des «Ochsen» und des «Adlers» zu restaurieren. Nach 120 Stunden Arbeit ist das «Ochsen»-Schild fertig. Und Villiger liess es sich nicht nehmen, die Montage richtiggehend zu zelebrieren. Er fuhr das schön restaurierte und gut befestigte Wirtshausschild mit einem alten Mofa zum «Ochsen». «Nein, nein», winkt Villiger ab. Nicht in seiner Werkstatt spannte er das wertvolle Schild auf den Töffli-Anhänger. «Ich fuhr nur wenige Meter damit», sagt Villiger. Er wohnt in unmittelbarer Nähe zum «Ochsen». Aber so viel Spass musste sein.


Das Muri Energie Forum feiert sein zehnjähriges Bestehen. Viele sonnige Stunden durften die Verantwortlichen erleben – und das durchaus auch im übertragenen Sinne dank der vielen erfolgreich lancierten Projekte. Dafür fiel der eigentliche Jubiläumsanlass ins Wasser. Trotzdem waren rund 40 Teilnehmende dabei. Und sie erhielten auf der Waldexkursion den Auftrag, während eines Wegstückes den Wald mit einem Sinn zu erleben, mit dem Ohr, der Nase, den Augen oder dem Tastsinn. Kein Wort wurde auf diesem Abschnitt gesprochen. Die Geräusche des Waldes zu erkennen, war ob der Reibungsgeräusche der Regenjacken und -hosen dennoch alles andere als einfach.


Auf der Exkursion gingen die beiden Expertinnen auf verschiedene Funktionen des Waldes ein. Eine davon ist die ökonomische. Diese im Gleichgewicht zu halten, ist wegen der Klimaerwärmung und der daraus folgenden Verbreitung des Borkenkäfers nicht einfach. Zur Veranschaulichung brachten die Expertinnen zwei Präparate des Buchdruckers, des Borkenkäfers in den hiesigen Wäldern, mit. Im Kreis wurden diese herumgereicht und begutachtet. Förster und Muri-Energie-Forum-Präsident Stefan Staubli gab sie ganz schnell weiter. «Die kenne ich schon zur Genüge.»


Zum Programm des Jubiläumsanlasses gehörte auch ein Vortrag von Erika Flick. Sie erzählte von ihrer Leidenschaft für Wildpflanzen und Pilze. «Für mich gibt es kein Unkraut mehr», sagt sie, die viele Samen und Pflanzen des Waldes in der Küche verwendet – etwa Springkrautsamen. «Das löst auch das Problem der Neophyten. Wir essen sie einfach auf.» Flick ist zudem Pilzkontrolleurin, kennt alle Facetten der Pilze, die schönen und die weniger schönen. Und sie erzählte auch von Drogenpilzen, die im Tessin in Kuhfladen wachsen. Für Ausstellungszwecke nimmt sie diese manchmal auch mit. «Ist angeschrieben, welche Wirkung sie haben, werden sie oft entwendet», meinte Flick.
Annemarie Keusch

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