Erlebnis der Extraklasse

Di, 27. Jul. 2021
Auf dem Gelände der Bergmatt ist ein breites Spektrum an kuriosen Fahrzeugen zu sehen – vom sportlichen Flitzer bis hin zum Panzer. Bilder: Richard Gähwiler

Der Verein Autokino Muri führt das Autokino Muri bereits zum 24.Mal erfolgreich durch

345 Fahrzeuge und 700 Besucher aus dem ganzen Land genossen am Wochenende ein Kinospektakel der besonderen Art in der Bergmatt.

«Ein rundum gelungener Anlass und das, obwohl wir die Filmvorführung am Samstag wegen einer Unwetterwarnung des Bundes absagen mussten. Das Risiko wäre einfach zu gross gewesen. Die Sicherheit der Besucher steht für uns an oberster Stelle», zieht Cyrill Räber, Präsident des Vereins Autokino Muri, Bilanz. Insgesamt konnten 345 Fahrzeuge und 700 Besucher gezählt werden. Insgesamt bietet das Gelände für 300Fahrzeuge je Vorstellung Platz.

Die Entscheidung, das Autokino in diesem Jahr neu an drei Abenden durchzuführen, sei die richtige gewesen, so Räber weiter. «Dadurch haben wir eine zusätzliche Ausweichmöglichkeit geschaffen, falls das Wetter an einem Tag schlecht sein sollte.» Ausserdem hätten so diejenigen, die am Freitag oder Samstag in die Ferien aufbrechen, noch am Donnerstagabend die Gelegenheit, den Event zu besuchen.

«Bevor es am Donnerstag losging, war ich schon etwas nervös», räumt er ein. Schliesslich sei es ja sein erstes Autokino als Präsident gewesen. Eine Premiere sozusagen. «Als dann die Blechlawine zur Bergmatt immer grösser wurde, wurde ich immer ruhiger.» Alles sei reibungslos verlaufen, die Regeln wurden eingehalten. «Der Grossteil war einfach nur dankbar, endlich einmal wieder etwas erleben zu dürfen, die Atmosphäre und den herrlichen Ausblick über das Freiamt geniessen zu können. Die Freude der Leute zu sehen, war die Bestätigung, dass wir alles richtig gemacht haben.»

Nach seiner gelungenen Premiere freut sich Cyrill Räber nun auf viele weitere Autokino-Jahre als Präsident. «Es waren bombastische Tage. Der Aufwand hat sich gelohnt.» --red


Was im Freundeskreis begann

Ein spezielles Jahr für das traditionelle Autokino Muri

Neuer Präsident, neuer Beamer und ein zusätzlicher Abend. Einiges war beim 24. Mal anders, doch vieles ist auch gleich geblieben. Das Autokino Muri ist weit über die Kantonsgrenzen bekannt und gehört bei einer grossen Zahl von Oldtimer-Liebhabern einfach zum Jahr dazu.

Richard Gähwiler

Das Autokino in Muri ist heute fester Bestandteil des kulturellen Angebots im Freiamt. Es war im Jahr 1997, als Pirmin Breu und Beat Baumann mit bescheidenen Mitteln, einem einfachen Video-Beamer und einem handelsüblichen Videogerät das erste Autokino in Form einer Open-Air-Privatparty realisierten. Dieser Event fand Gefallen, sodass die «Party im Freundeskreis» in dieser Art weitergeführt wurde. Standort war und blieb bis heute das Gelände beim Hof von Landwirt Hans-Peter Frey auf der Bergmatt.

Es war dann wahrscheinlich die Originalität dieses Anlasses, mit der speziellen Filmauswahl und dem originellen Food-Angebot, welche Fans der Ami- und Oldtimerszene aus der ganzen Schweiz anzulocken vermochte. So wurde der «Freundeskreis» bei jedem Anlass grösser.

Erfolgreich mit motiviertem Team

«Auf dem heutigen Gelände können wir rund 300 Fahrzeuge parkieren», erklärt Präsident Räber und zeigt auf einen grossen Blätz Wiesland, der nach dem mehrtägigen Regen gut abtrocknen und dann gemäht werden konnte. «Diesen perfekten Platz haben wir unserer ‹guten Seele›, dem Landwirt Hans-Peter Frey, zu verdanken, dem wir aufgrund seines Engagements die Ehrenmitgliedschaft unseres Vereins verleihen durften», ergänzt Räber. Auch Beat Baumann und Räbers Vorgänger Marco Stadler wurden an der Generalversammlung 2020 zu Ehrenmitgliedern ernannt. Ehrenmitglied Frey selbst wohnt «gleich um die Ecke», sagt Räber, und habe so die Vorbereitungen immer vor Augen. «Das ist natürlich eine ideale Konstellation.»

Aufgrund der langjährigen Erfahrungen und treuen Helferinnen und Helfer beginnt das Aufstellen von Bar, Festzelt und Abschrankungen zwei bis drei Tage vor dem Anlass. «Am Kinoabend sind dann 20 bis 25 Leute im Einsatz, inklusive der Einweiser von ‹Hoopers›, unserem befreundeten US-Car-Club», erklärt Räber, der, wie er selbst zugibt, nun ein paar Stunden vor Beginn langsam nervös wird.

Dadurch, dass man sich für einen zusätzlichen Tag entschieden habe, habe man weitere neue Helferinnen und Helfer suchen müssen. Doch das sei zum Glück kein Problem gewesen, informiert Cyrill Räber. «Sie sind jung, motiviert und tatkräftig und haben sich so schnell in das bestehende Team integrieren können.»

Neben dem Standardprozedere, welches das Autokino-Team nun aus dem Effeff kennt, galt es dieses Mal auch die Corona-Hygiene- und -Schutzmassnahmen zu berücksichtigen: Maskenpflicht an den Theken, Kassen und Toilettenwagen, Abstandsregel und Bezeichnung von Ein- und Ausgängen. Dies alles wurde mit einem Fachmann vom Kanton erarbeitet und entsprechend bezeichnet und umgesetzt. «Jeder hat sich an die Regeln gehalten, sodass alles reibungslos funktioniert hat», betont der Präsident. Auch die Abläufe in der Küche habe man optimiert, sodass lange Warteschlangen vermieden werden konnten.

Mehr Platz durch neuen Beamer

Schon vor der eigentlichen Eröffnung um 19.30 Uhr stauen sich rund ein Dutzend Autos in der Einfahrt zur Abendkasse. Doch es läuft speditiv. Über Funk sprechen sich die Einweiser ab und lotsen die Fahrzeuge an ihren Standplatz vor der Leinwand. Durch dieses «Tropfen-Prinzip» kann so jedes einzelne Fahrzeug bestaunt werden – und da gab es einiges zu sehen: ein Happening automobiler Schätze. Vom sportlichen Austin Healey, einer kobaltblauen Corvette Cobra, zahlreichen gepflegten Ford-Oldies sowie den elegant-wuchtigen Buick-, Cadillac-, Pontiac- und Dodge-Modellen, wie man sie nur noch in Kuba zu sehen glaubte. Über hundert wunderschöne Fahrzeuge aus allen Regionen der Schweiz gab es an diesem Abend zu bestaunen.

«Dank der neusten Technik können wir unseren Beamer jetzt hinter den parkierenden Autos aufstellen. Der Film kann mit einer Distanz von 100 Metern auf die Leinwand gebeamt werden», erklärt Cyrill Räber. Das habe den Vorteil, dass man dadurch, dass der Beamer nicht mehr vor der Leinwand platziert werden müsse, mehr Platz für die Autos zur Verfügung habe. «Die technische Zentrale ist jetzt kompakt in einem Baucontainer auf einem Lastwagenanhänger untergebracht. Das ist einfach perfekt», lobt er weiter.

Wie im «richtigen Kino»

Neben den deftigen Burgern sind es die Speed-Pommes, welche bei den Besuchern regen Zuspruch finden. Die Küchen- und Bar-Crew ist jedenfalls bis kurz vor Filmbeginn voll beschäftigt. Um 22 Uhr haben sich dann die meisten Besucher in ihren Kino-Sessel im Fahrzeug zurückgezogen und wie im «richtigen Kino» beginnt die Vorführung mit Werbung, Vorschau und dann «Dallas Buyers Club» – 117 Minuten Film. Es war kurz nach Mitternacht, als dieser mit dem erhofften Happy End sein Ende fand.

Problemlos und speditiv erfolgte dann das Ausparkieren, währenddem die Helfer mit einem Schlummertrunk einen erfolgreichen Abend abschlossen. Fazit und Grundtenor der abreisenden Besucher: «Es war ein faszinierend-gemütlicher Abend, wir sind nächstes Jahr wieder hier.»

Category: 

Neuen Kommentar schreiben

Die Emailadresse wird nicht veröffentlicht oder an dritte weitergegeben. Sie wird nur zu Kontaktzwecken im Zusammenhang mit diesem Kommentar verwendet.
CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und automatisiertem Spam vorzubeugen.

Kommende Events

Stellen

Immobilien

Diverses

Trending

1

Der alte Glanz ist zurück

Die Arbeiten beim «Caspar» gehen voran – das «Ochsen»-Wirtshausschild hängt wieder

Es lag beschädigt und in Einzelteilen in seiner Werkstatt in Bünzen. Nun konnte Kunstschlosser Werner Villiger das «Ochsen»-Wirtshausschild wieder montieren.

Annemarie Keusch

John Rusterholz zückt sein Handy. Der Moment, wenn das Wirtshausschild wieder an die «Ochsen»-Fassade gehängt wird, will der «Caspar»-Direktor natürlic…