Streng, aber gut

Di, 12. Jan. 2021
Oliver Eichenberger leitet seit einem Jahr den Forstbetrieb Region Muri. Es sei die richtige Stelle für ihn, sagt er. Bild: Sabrina Salm

Forstbetrieb Region Muri: Seit einem Jahr Leiter

Oliver Eichenberger ist seit Januar 2020 der neue Revierförster. Er zieht ein positives Fazit seines ersten Jahres im Forstbetrieb Region Muri.

Stürme und der Borkenkäfer waren auch in seinem ersten Jahr in seinem «Traumjob» allgegenwärtig. «Aber ich will mich nicht beklagen», sagt Oliver Eichenberger rasch. Denn alles in allem sei das Jahr 2020 ein gutes Jahr gewesen. Er habe sich gut an seinem neuen Arbeitsort und in seiner Stelle als Leiter des Forstbetriebs Region Muri eingelebt. Er sei angekommen und möchte so schnell nicht mehr weg. «Die Infrastruktur ist hervorragend, ich habe tolle Leute um mich und ein super motiviertes Team, das sich auskennt. Darüber bin ich sehr froh.»

Gut fünf Jahre dauere es wahrscheinlich, bis er ganz in den Abläufen drin ist und auch seine Mitarbeiter wirklich wissen, wie er tickt. Das Kennenlernen und Einleben geht deshalb für ihn auch in diesem Jahr weiter. Auf die kommenden Aufgaben und Herausforderungen freut sich Eichenberger. --sab


«Hier bin ich richtig»

Oliver Eichenberger zieht Bilanz nach einem Jahr als Leiter des Forstbetriebs Region Muri

Es sei ein strenges Jahr gewesen, sagt Revierförster Oliver Eichenberger. Dank einem gutem Team konnte es gemeistert werden. Seit einem Jahr leitet Eichenberger den Forstbetrieb Region Muri – sein Traumjob, wie er sagt.

Sabrina Salm

«Sehr gut», antwortet Oliver Eichenberger auf die Frage, wie er sich im Forstbetrieb Region Muri eingelebt habe. «Ich bin gut gestartet und wurde sehr gut aufgenommen.» Es sei ganz sicher kein Fehler gewesen, zu dieser Stelle nach Muri zu wechseln. «Sie ist wie gemacht für mich», meint der in Beinwil am See wohnhafte Eichenberger mit einem strahlenden Lachen. Er bringt als neuer Betriebsleiter viel Erfahrung mit. Die Lehre als Forstwart absolvierte er in Seon. Danach arbeitete er unter anderem knapp sieben Jahre im Forstunternehmen Wiss AG Dietwil, von 2012 bis 2019 war er Förster im Fricktal.

Bereits im November 2019 ist Oliver Eichenberger nach Muri gekommen. Zwei Monate wurde er von seinem Vorgänger Beat Bossert mit dem Unternehmen und seinen zukünftigen Aufgaben vertraut gemacht. Seit 1. Januar 2020 ist Oliver Eichenberger nun der neue Leiter vom Forstbetrieb Region Muri, mit den angeschlossenen Gemeinden Muri, Aristau, Bünzen, Besenbüren und Boswil.

Zur idealen Zeiten Regen

Sein erstes Jahr als Leiter nennt er aber auch «stürmisch» und «streng». «Wir hatten sehr viel Sturmholz. Auch der Borkenkäfer war verantwortlich dafür, dass wir das ganze Jahr 2020 praktisch durchgeholzt haben.» Dank guten Leuten, die sich auskennen, und einem super Team sei die Herausforderung sehr gut gemeistert worden. 2020 war gefühlt ein gutes Jahr für den Wald. «Mir scheint es, als hätte es zur richtigen Zeit geregnet.» Trotzdem gibt es im Wald auch «Verlierer». «Einige Baumarten leiden, anderen geht es gut.» Die Esche sei zum Beispiel einer der Bäume, die momentan schlecht dran seien. «In Boswil haben wir die Holzereisaison im November 2019 eröffnet und sind daran, die von der Eschenwelke befallenen Eschen zu fällen.» Zu den dringendsten Aufgaben gehöre wohl auch in diesem und im nächsten Jahr noch das Fällen von kranken Eschen. Sie können auch zur Gefahr für Menschen werden. Jedoch wurden die Eschen in der Nähe von stark begangenen Strassen und Plätzen schon von meinem Vorgänger gefällt. Bei den Eschen, die jetzt und in den kommenden Jahren noch genutzt werden, geht es um den Wertverlust des Holzes.

Vor 20 Jahren fegte der Sturm Lothar durch die Schweizer Wälder. Er hinterliess ein Chaos. Nach dem Sturm haben viele Förster in ihren Wäldern aufgeforstet. Jetzt sieht man die ersten Resultate dieser Tätigkeit. In allen Gemeinden im Revier gebe es beispielsweise «wunderbare Flächen», sagt Oliver Eichenberger. Nun gehe es darum, sogenannte Zukunftsbäume zu bestimmen. «Wir versuchen, das Nötigste zu machen, damit sie Platz haben zum Wachsen und auch Licht bekommen.» Man wolle den Moment nicht verpassen.

Immer etwas zu tun

Förster sein, sei nach wie vor sein Traumberuf. «Der schönste Job, den es gibt», wie der Betriebsleiter betont. Die Abwechslung mache es aus. «Man erlebt die Jahreszeiten hautnah, sieht etwas wachsen und freut sich über die kleinen Dinge.» Er arbeitet draussen in der Natur und hat auch Büroarbeiten. Ausserdem mag er es, dass er sich die Arbeit selber einteilen kann.

Als neuer Revierförster steht für ihn die Erhaltung eines artenreichen und vitalen Waldes im Fokus. So beispielsweise durch das Experimentieren mit exotischen Bäumen, welche mit dem veränderten Klima klarkommen sollten. Sie arbeiten unter anderem mit der Baumhasel. Bereits an seinem ersten Waldumgang erklärte er den Teilnehmenden diese Arbeit. «Ich mag Exoten», gibt er zu. Diese möchte er auch weiterhin in den Wäldern des Forstbetriebs Region Muri pflanzen. Zypressen, Hopfenbuche oder Libanonzeder seien bereits bestellt. Die Auswirkungen seiner Pfianzaktion sind nach einem knappen Jahr noch nicht ersichtlich. Erst etwa in 30 Jahren sieht man, wie es gekommen ist. «Wir wissen nicht genau, wie es wird.» Doch man müsse es einfach einmal probieren, findet er. Auf seine nächsten Jahre beim Forstbetrieb Region Muri freut sich Oliver Eichenberger. Es gibt noch einige Projekte anzugehen. Und im Wald gebe es immer zu tun. «Es wird nie langweilig.»

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