Zu emotionale Bilder sind unglaubwürdig

Fr, 20. Nov. 2020

Man könnte meinen, man sei in Amerika, wenn man den Abstimmungskampf um die Konzernverantwortungsinitiative (KVI) verfolgt. Da wird von den Initianten mit Halbwahrheiten und derart emotionalen Bildern gearbeitet, dass ich als normal denkende Person misstrauisch werde. Wenn einfach alle, die sich kritisch zur KVI äussern, böse Menschen sein sollen, dann läuten bei mir die Alarmglocken.

So einseitig ist es selten. Und dass man sich als Rohstoffkonzern, der in Entwicklungsländern Rohstoffe abbaut, die jeder von uns täglich im Einsatz hat, sowieso auf dünnem Eis bewegt, liegt auf der Hand.

Richtig ist deshalb, dass man Glencore und Co auf die Finger schaut und sie mit dem sofort wirksamen Gegenvorschlag dazu bringt, über ihre Geschäftstätigkeiten Bericht zu erstatten und Sorgfaltsprüfungen durchzuführen, die international abgestimmt sind. Das wird den dort lebenden Menschen und der Umwelt mehr helfen, als dass man den Rohstoffabbau den Chinesen überlässt, die ein anderes Verständnis von Menschenrechten und Umweltschutz haben. Die KVI wird anstelle der Weiterentwicklung einer guten Zusammenarbeit vor Ort eher mehr Juristen zutage fördern, die für die Konzerne und nicht für Menschenrechte kämpfen.

Der Vorteil der aktuellen Debatte ist, dass die grossen Schweizer Konzerne es sich in Zukunft kaum mehr leisten können, Schäden im Ausland zu verursachen. Die vielen Versprechen, die im Abstimmungskampf abgegeben wurden, müssen wir beim Wort nehmen. Damit hat die Initiative ihr Gutes. Trotzdem ist die KVI abzulehnen, weil sie eben nicht die gewünschte Wirkung haben wird und im Gegenzug unzähligen Schweizer Firmen unnötig Bürokratie verursacht, welche die Konkurrenzfähigkeit schwächt und kaum etwas bewirken wird.

Ralf Bucher, Mühlau, Grossrat CVP

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